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Diese Frage stand im Zentrum des 14. REAL Lunch an einem Ort, der sie greifbar macht: der wineBANK Köln – einem besonderen Beispiel für erlebnisorientierte Nutzungskonzepte in der Innenstadtentwicklung.
Innenstädte stehen vor einem tiefgreifenden Wandel. Sinkende Frequenzen, verändertes Konsumverhalten und neue Arbeitsmodelle stellen klassische Nutzungskonzepte zunehmend infrage. Gleichzeitig zeigt sich: Dort, wo Innenstadtentwicklung ganzheitlich gedacht wird, entstehen neue Qualitäten – für Nutzer, Eigentümer und Städte gleichermaßen.
Der Fokus verschiebt sich weg von reiner Flächenoptimierung hin zu Aufenthaltsqualität, Nutzungsmischung und Identifikation. Atmosphäre wird damit zu einem entscheidenden Standortfaktor. Nicht nur für den Einzelhandel, sondern auch für Büroflächen, Gastronomie, Kultur und urbane Quartiere.
Aktuelle Studien und Marktbeobachtungen zeigen: Menschen besuchen Innenstädte nicht mehr ausschließlich zum Einkaufen. Entscheidender sind Erlebnisse, soziale Begegnungen und Orte, an denen man sich gern aufhält. Für Immobilien bedeutet das einen Perspektivwechsel.
Gebäude wirken nicht isoliert, sondern immer im Zusammenspiel mit:
Diese Faktoren zahlen nicht unmittelbar auf die Spitzenmiete ein, beeinflussen aber langfristig Frequenz, Verweildauer und Wertstabilität von Immobilienstandorten.
Ein zentrales Learning moderner Stadt- und Immobilienentwicklung ist die Abkehr vom singulären Denken. Einzelobjekte lassen sich nicht mehr losgelöst vom Quartier oder der Stadt betrachten. Erfolgreiche Innenstädte entstehen dort, wo Eigentümer, Investoren, Städte und Nutzer gemeinsam agieren.
Kooperation wird damit zum Schlüssel:
Gerade in Zeiten von Strukturwandel und Flächenleerständen braucht es Formate, die den offenen Austausch ermöglichen und unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen.
Vor diesem Hintergrund gewinnen kuratierte Gesprächsformate an Bedeutung. Sie schaffen Raum für Diskussionen jenseits von Präsentationen, Marktberichten oder Panels. Hier entstehen nicht nur Meinungen, sondern konkrete Impulse für Immobilienstrategien, Standortentwicklung und urbane Qualität.
Ein solches Format ist der REAL LUNCH.
Beim 14. REAL LUNCH diskutierten dazu Alexander Gruhler und Nico Schröder, Bereichsleiter Innovation & Digitalisierung bei der Aachener Grundvermögen Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH sowie Geschäftsführer von AC+X Strategic Investments GmbH und hystreet.com GmbH.
Drei Rollen, eine klare These: Frequenz entsteht nicht durch Fläche – sondern durch Atmosphäre, Aufenthaltsqualität und Identifikation.
Innenstädte müssen wieder Orte sein, an denen man bleiben will.
Einkaufen ist weiterhin ein zentraler Grund für den Innenstadtbesuch – aber längst nicht mehr der einzige Hebel. Entscheidend für die Zukunft der Innenstadt sind Aufenthaltsqualität, Atmosphäre, Events, Sportangebote und soziale Begegnungen als Teil eines ganzheitlichen Nutzungskonzepts.
Schröders Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch das Gespräch:
Immobilien nicht nur von innen optimieren, sondern von innen nach außen entwickeln. Fassaden, Stadträume, Erdgeschosse und öffentliche Zonen zahlen nicht sofort auf die Miete ein, aber direkt auf Frequenz, Verweildauer und emotionale Bindung an den Standort.
Learning: Wert entsteht dort, wo Menschen sich wohlfühlen – nicht dort, wo nur Flächen funktionieren.
Das isolierte Denken.
Eine Immobilie für sich zu betrachten – losgelöst vom Quartier, von Nachbarn oder der Stadt – ist ein Auslaufmodell in der Stadt- und Immobilienentwicklung, unabhängig von Lage oder Assetklasse.
Learning: Innenstadt funktioniert nicht im Alleingang. Wer singulär denkt, verliert Anschluss – wirtschaftlich wie gesellschaftlich.
Gemeinsames Handeln.
Eigentümer, Investoren, Städte und Nutzer müssen an einem Tisch sitzen – so wie bei diesem REAL Lunch. Zukunftsfähige Innenstädte entstehen nicht durch Einzelstrategien, sondern durch Kooperation, Vernetzung und eine gemeinsame Haltung zur urbanen Entwicklung.
Learning: Die Gewinner sind nicht die Lautesten, sondern die Vernetztesten.
Ein großes Dankeschön an Kolja Voß, der uns durch die wineBANK geführt und diesen Ort für den REAL Lunch möglich gemacht hat.
Die wineBANK Köln ist kein klassischer Veranstaltungsort, sondern ein unterirdisches Juwel der Kölner Innenstadt: ein denkmalgeschütztes Gewölbe mit rund 2.000 m² Fläche, Platz für ca. 48.000 Flaschen, Private Members’ Club statt klassischer Weinbar – inklusive Zigarrenlounge.
Wer neugierig geworden ist: Die wineBANK freut sich über Interessenten – Kolja über das Gespräch.